Hundeprobleme = Problemhunde?

Der Hund muss sich in unserer Gesellschaft so verhalten, wie es ihm im Grunde nicht entspricht.

 

Beispiel: Läuft in unserer menschlichen Gesellschaft ein Hund einfach weg, stellt das durchaus ein Problem für uns dar! In der Hundegesellschaft ist dies allerdings ein ganz natürliches Verhalten, welches weder unterbunden noch bestraft wird.

 

 

 

Aggression

 

Das aggressive Verhalten hat eine biologische Funktion und ist ein Normverhalten.

 

Selbstverteidigung und Sicherung der eigenen Unversehrtheit durch schnelles Handeln.

Jungtierverteidigung / Verteidigung des Rudels (erhöhter Prolaktinspiegel bei allen Rudelmitgliedern, wenn die Leithündin tragend ist oder bereits Welpen im Rudel sind – dadurch erhöhte Verteidigungsbereitschaft).

Wettbewerbsaggression (Es wird um wichtige Privilegien oder Güter gestritten, z. B. Futter, Weibchen, Rang, Spielzeug,…; der eigene Rang soll ständig verbessert werden

 

 

Angstaggression

 

Oft ist der Auslöser der Aggression in einem Rudel eine ungenügende Unterlegenheitsreaktion auf eine Dominanzgeste. In vielen Fällen betrifft dies schlecht sozialisierte Hunde oder solche, die in ihrem Rudel aufzustreben versuchen.

 

 

 

Dominanz

 

Dominanz ist keine Eigenschaft, sondern beschreibt die Qualität einer Beziehung, Sie ist immer wechselseitig zu sehen: einer kann dominant sein, weil der andere dies zulässt.

 

Dominant ist jemand, der theoretisch sein Interesse zu jeder Zeit nahezu vollständig durchsetzen kann. Ob er dies tut oder nicht hängt von seiner Souveränität ab und seinem Stand innerhalb des Rudels.

 

 

Aggression bei Hunden im gleichen Haushalt

 

Die Rangverhältnisse sind in der Regel nicht geklärt.

 

Oft sind die Hierarchien dann im Schwanken, wenn ein Hund körperlich gehandicapt ist (nach OP oder Verletzung), einer neu dazu kommt, bei gleichgeschlechtlichen Hunden oder unangemessenem Besitzerverhalten.

 

Je schneller die Rangverhältnisse geklärt werden, um so schneller kehrt auch wieder Ruhe ein.

  

 

Aggression gegenüber Menschen

 

Auch hier gilt es, rasch eine Änderung der Situation zu bewirken, möglichst noch bevor der Hund zugebissen hat. Jede Provokation von Seiten des Hundes muss ernst genommen werden und darf nicht als Lappalie verharmlost werden („er hat doch nur gezwickt / gespielt“, „er meint es doch nicht so“).

 

 

Ängste

 

Ängste haben wie Aggressionen einen Sinn.

 

durch vorsichtiges Verhalten das eigene Leben schützen

unangenehmen Situationen aus dem Weg gehen

Schadensbegrenzung bei Konfliktsituationen

Hunde können, wie wir Menschen auch, grundsätzlich vor allem Angst haben. Sei es durch ein traumatisches Erlebnis, fehlende Erfahrungen im Welpenalter, Belohnen der Angstreaktion, oder Anderes.

 

Ob eine Angst eine vorübergehende Furcht bleibt oder sich zu einer massiven, panikartigen Reaktion entwickelt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

 

Zeitpunkt der Konfrontation mit den Angstfaktor

Intensität der Konfrontation mit dem Angstfaktor

Stärke und Auftretenshäufigkeit des Angstfaktors

Veranlagung des Tieres

Reaktionen des Umfeldes (Mensch und Hund)

Fehlende Konfrontation 

 

Fühlt ein Hund sich zu sehr in die Enge getrieben, hat also keinen Fluchtweg, kann er mit zunehmender Aggression reagieren. Erfolgreich eingesetzte Angstaggression wird in aller Regel wieder Ausgeführt, sodass sich ein so genannter „Angstbeisser“ entwickeln kann.

 

Grundsätzlich gilt bei Angstverhalten, egal ob eine meidende oder aggressive Neigung vorliegt:

 

den Hund zu nichts zwingen (unter Angst kein Lernerfolg!)

Angst kann nachwirken. Stresshormone werden nur langsam abgebaut. Sie beeinflussen das Verhalten auch noch Tage nach dem Auslösereiz (nervöser als sonst).

 

Die Therapie ist ein langer Weg und es kann immer zu Rückfällen kommen. Eine systematische Desensibilisierung mit gleichzeitigem Aufbau neuer erwünschter Verhaltensweisen ist in aller Regel erfolgreich, aber nur dann, wenn sie feinfühlig genug durchgeführt wird.

 

Angst wird häufig als Ursache für aggressives Verhalten unterschätzt oder gänzlich verkannt. Ebenso wird Angst in seiner Ausprägung oft nicht ernst genommen. Hunde, die Ängste entwickelt haben, haben oftmals sehr wenig Vertrauen in die Führungsqualitäten ihres Menschen. Aber auch hier ist eine langsame Veränderung des Verhaltens möglich, wenn alle Therapiepunkte beachtet werden.

 

 

Jagen

 

Jagdverhalten wird immer wieder mit aggressivem Verhalten gleichgesetzt. Es gehört allerdings einem gänzlich anderen Funktionskreis an und entwickelt sich in menschlicher Obhut meist aus dem spielerischen Verhalten heraus.

 

Typische Merkmale:

 

alles was sich bewegt kann zum Nachfolgen und Hetzen animieren.

Es ist stark Rasse- und erfahrungsabhängig (hiervon hängt auch der Therapieerfolg teilweise ab)

Erfolgreich jagende Hunde sind nur schwer wieder davon abzubringen

Es muss rechtzeitig erkannt werden und sollte nicht mit spielerischem Verhalten verwechselt werden

Bereits bei den ersten jagdlich animierten Anzeichen sollte man reagieren : Suchen, Starren, Fixieren, Lauern, Anschleichen, Nachfolgen, Hetzen, Niederreißen, Niederringen, Vorspringen und Angreifen, Kämpfen, Beißen, Töten.

 

Die Jagd hat bereits begonnen, wenn ein Hund ein sich bewegendes Objekt in´s Auge fasst. 

 

Grundsätzlich gilt:

 

Ob ein Spiel noch ein Spiel ist erkennt man am Vergnügungsfaktor der Teilnehmer. Es sollte sofort bei Toleranzüberschreitung abgebrochen werden. Typisch ist häufiger Rollentausch, plötzliches übergehen zu anderen Verhaltensweisen (z.B. fressen oder weggehen) und freudige Teilnahme der Spielteinehmer.

 

 

 

Über dies hinaus gibt es noch weitere Problemfelder im Leben mit dem Hund:

 

übertriebenes Wachverhalten

übermäßiges Bellen

Streunen

Kopophragie (Kot fressen)

Destruktivität (Zerstören des Mobiliars)

Trennungsangst

Lärmphobien

Nervosität

Schreckhaftigkeit

Stubenunreinheit

und Andere… 

 

Gemeinsam finden wir einen Lösungsweg!

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