Blutegel - Behandlung

Am Anfang stand die Ausbildung...und danach der Selbstversuch...

Die Reaktion: “Iiiiih, ekelig”, oder “...so schleimig und glitschig!” bin ich gewohnt.

Und ich muss gestehen, anfangs hatte ich auch meine Berührungsängs, doch die wurden mir rasch genommen. Ein Einführungslehrgang schaffte hier

Abhilfe, in dem einem die Behandlung unterschiedlichster Leiden mit medizinischen

Blutegeln näher gebracht wurde. Bei mir erfolgreich und mit nachhaltiger Wirkung.

Ich bin ein Fan...ein wahrer Fan dieser Geschenke der Natur.....

 

Am Anfang stand dann der Selbstversuch, denn es ist eine Sache, die Tierchen bei einem tierischen Patienten anzuwenden und eine Andere, am eigenen Leibe zu erfahren, was da so an einem passiert...

 

Es gibt eine Vielzahl übereinstimmender Berichte aus verschiedenen Ländern, dass kranke Tiere (z.B. lahmende Rinder mit schmerzhaften Gelenkproblemen) offensichtlich gezielt Gewässer aufsuchen, um sich dort geduldig von den Blutegeln beißen zu lassen.

schlafendes_Schwein_mit_Egel

Eine mögliche Erklärung hierfür ist, dass die stammesgeschichtlich sehr alten Blutegel (mindestens 450 Millionen Jahre) sich über lange Zeit ausschließlich von tierischem Blut ernährt und im Lauf der Evolution eine Art von Partnerschaft ("Du gibst mir Blut - Ich heile Dich") entwickelt haben, die im Instinkt der Tiere verankert zu sein scheint.

 

Auch aus der tierärztlichen Praxis wird immer wieder berichtet, dass die Tiere eine Blutegelbehandlung in aller Ruhe über sich ergehen lassen. Dies liegt sicher auch daran, dass der Blutegel zu Beginn des Saugvorgangs anästhesierende und analgetisch wirksame Substanzen in Blut und Gewebe abgibt. Im Verlauf des Saugvorgangs werden weitere Substanzen abgegeben, darunter auch Wirkstoffe, die als konventionelle Arzneimittel eingesetzt werden., so z.B. Gerinnungshemmer wie Hirudin und Faktor Xa-Hemmer oder die gewebelockernde Hyaluronidase. Mit modernen Analysemethoden konnten in den letzten Jahrzehnten weitere Inhaltsstoffe des Blutegelsekrets und deren Wirkmechanismen aufgeklärt werden. Die therapeutische Wirkung dieser Substanzen zeigt sich als Durchblutungsförderung, Gerinnungshemmung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Zur veterinärmedizinischen Anwendung von Blutegeln liegen bisher die meisten Erfahrungen mit Pferden, Hunden, Katzen und Nagetieren vor, wobei ich die Behandlung nur an Hunden und Großtieren  durchführe. Die Blutmenge bei zu kleinen Tieren ist zu gering und die Behandlung birgt daher ein zu großes Risiko...

 

Die Egel werden in der Anzahl je nach Tier und Beschwerden nur einmal angesetzt, lösen sich von alleine. Das 8 - 24-stündige Nachbluten gehört zur Therapie und sollte nicht unterbunden werden.

Ein Egel saugt 20 - 30 ml Blut. Zum Vergleich ist bei einem Aderlass an einem 500 Kg schweren Tier eine Blutmenge von 4,5 Liter absolut im Normbereich und wird bei einem kreislaufstabilen Tier schnell ersetzt.

 

In den 80er Jahren wurde die Blutegeltherapie aufgrund eines abgerissenen Ohres bei einem Jungen wiederentdeckt. Durch die Hilfe der Egel konnte das Ohr wieder anwachsen und auch heute noch werden die kleinen Helfer bei abgetrennten Gliedmaßen zur Hilfe genommen.

Den Dienst, den sie in der Wundheilung, Regeneration und Entzündungshemmung leisten ist in solchen Fällen mit keinem Medikament aufzuwiegen.

 

Indikationen sind:

Arthrosen!

Gelenkerkrankungen (z. B. HD, PL, OCD, Cauda-Equina, ...)

Drüsenentzündungen

Hufrehe, Schale, Spat

Phlegmone

Blutergüsse

Muskelschwund

Regeneration nach OP

...

 

Behandlung eines Quarter Horse mit atrophierter Hinterhandmuskulatur und

eines Hundes nach einer Krauzband-OP mit stagnierender Regeneration...

Es gibt über 600 Egelarten auf unserer Erde. Sie haben eine unglaublich lange Entwicklungsgeschichte hinter sich (450 Millionen Jahre, also deutlich länger als der Dinosaurier mit 235 Millionen Jahren). Überlebt haben sie, weil sie sich sehr differenziert an ihre jeweiligen Lebensräume anpassen können.

Spricht man vom Blutegel, hört man meist dasselbe: glitschig, schwarz, blutrünstig, einfach eklig. Das ist die gängige Reaktion, wenn man mit Blutegeln konfrontiert wird. Aber, wie so oft bei Vorurteilen: sie stimmen so nicht! Blutegel sind farbig, elegante Schwimmer, ungefährlich und gar nicht eklig.

 

Und sie helfen - so gut, dass seit vielen Jahrtausenden Menschen und Tiere sich ihre Heilkünste zu Nutze machen!

 

Die rekonstruktive Chirurgie hat die sensiblen Blutsauger in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt, als das abgerissene Ohr eines kleinen Jungen nur durch ihre Hilfe gerettet werden konnte. Die Blutegel sorgten mit ihren Sekreten dafür, dass der Blutfluss erhalten blieb, so dass das Ohr wieder anwachsen konnte. Seitdem erleben Blutegel eine Renaissance in der Heilkunst. Die moderne Biochemie hat eine Reihe von Wirksubstanzen und deren Wirkmechanismen im Blutegelspeichel nnnanalysiert analysiert. aufgeklärt.

 

Der Blutegelspeichel besteht wahrscheinlich aus mehr als 100 bioaktiven Substanzen, wovon heute nur knapp 25 bekannt sind. Die bekanntesten sind: Hirudin (hemmt die Blutgerinnung stärker als Heparin), Eglin (entzündungshemmend), Hyaluronidase (löst das Bindegewebe auf), Calin (hemmt die Aggregation der Thromozyten und verursacht die lange Nachblutung), Destabilase M (löst Blutgerinnung), Destabilase L (wirkt antibiotisch), usw.

 

Blutegel werden unter anderem eingesetzt bei:

Rheuma, Varikosis (Krampfadern), Thrombosen, Furunkeln und Karbunkeln, Phlebitis, Hypertonie

Arthrose, Arthritis, Ulcus cruris, Sehnen-/Sehnenscheidenentzündungen, Thrombophlebitis,

Phlegmone, Hämatomen, Hufrehe, nach Operationen, Durchblutungsstörungen,

Wundheilungsstörungen, stagnierende Heilung, ...

 

In der Regel habe ich immer ein paar Blutegel einsatzbereit. Sollte es einmal vorkommen,

dass keine vorrätig sind, können sie innerhalb von zwei Tagen beschafft werden. Anhand

der strengen hygienischen Vorschriften sind die Egel immer einwandfrei und durch die

Quarantänebestimmungen entsprechend hungrig... ;-)

Zustand nach Kreuzband-Op

bei einem schweren Hund, der

sich auch nach einem viertel

Jahr nicht deutlich gebessert hatte.

Der Hund tobte bereits am nächsten

Tag mit seinem Kumpel durch den

Garten - das war seit der Op nicht mehr

möglich. Nach einer weiteren Behandlung

und Aqua-Training war er wieder der Alte...

 

 

 

Pony in typischer

Sägebockstellung

bei einem akuten

Hufrehe-Anfall

Nach drei Tagen

war das gröbste

überstanden...

Quarter Horse mit Muskelschwund

an der Hinterhand nach einem Unfall.

Rückwärts und Wendungen waren

kaum noch möglich, schwankender

Gang. Auch der Osteopath konnte hier

nichts bewirken. Nach homöopathischer

Behandlung und Blutegeltherapie

waren nach einem schonenden

Aufbautraining wieder Ausritte möglich.

Kontakt:

Frunsbeerstr.12

25785 Nordhastedt

 

 

04804 185 345

 

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